Oxforder Theologie an der Universität Wien (1384-c. 1420)

Das Wissen Gottes ist im 14. Jh. Gegenstand von grundlegenden Auseinandersetzungen an den zwei
wichtigsten Universitäten Westeuropas, in Paris und Oxford, gewesen. In Oxford haben die Theologen
von Wilhelm von Ockham bis Thomas Bradwardine insbesondere das göttliche Wissen von den
zukünftigen kontingenten Ereignissen diskutiert. Der Einfluss der damit verbundenen Diskussionen
oder der subtilitates anglicanae auf dem europäischen Kontinent ist im Falle der Universität von Paris
eine nachgewiesene Tatsache. In diesem Projekt wird die Rezeption der Oxforder Debatten an der
theologischen Fakultät der ältesten Universität des deutschen Sprachraums, Wien, in den ersten
Jahrzehnten ihres Bestehens erforscht.
Das FWF-Projekt V356-G19 widmet sich der Periode von der Gründung der Theologischen Fakultät
der Universität Wien (1384) bis ungefähr zum Ende des Großen Abendländischen Schismas (1417).
Das zu untersuchende Corpus besteht aus den handschriftlich überlieferten Vorlesungen der ersten
zwei Generationen der Wiener Theologen – von Heinrich von Langenstein bis Petrus von Pulkau –
und den anonymen und kollektiven Werken von der Theologischen Fakultät. Das Projekt befasst sich
dementsprechend mit den Bibel- und Sentenzenkommentaren, und den öffentlichen Disputationen.


Laufzeit: 1. April 2014–30. Juni 2018


FWF-Resümee (Englisch): http://pf.fwf.ac.at/project_pdfs/pdf_abstracts/v356e.pdf


Kontakt: edit.lukacs@univie.ac.at

 

 

Auszug aus Heinrich von Langensteins Genesiskommentar in ÖNB, Cod. 4657, mit einer kräftigen Invektive gegen Thomas Bradwardine