Ferdinand Opll und Martin Scheutz

 

Ein Plan der Stadt Wien aus dem frühen 17. Jahrhundert
Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel

(Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 13)

Wien 2014, 232 S.
46 s/w-Abb., 2 Faltpläne, 24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 39.00

ISBN 978-3-205-79504-9

Der wiederentdeckte Wien-Plan des aus Oberösterreich stammenden, protestantischen Adeligen Job Hartmann von Enenkel (1576–1627) ist mit seiner Orientierung nach Norden der älteste moderne Stadtplan Wiens. Das Planinteresse dieser Handzeichnung (heute Stiftsarchiv Schlierbach) liegt einerseits auf den Festungsbauten, andererseits auf den Freihäusern und Kirchen. Viele der Bauwerke sind zeichnerisch skizziert. Unmittelbare Vorlage des Planes ist der aus den 1560er Jahren stammende Wien-Plan von Nicolò Angielini – beide Pläne liegen dem Band im Faksimile bei und viele der Skizzen sind eigens abgebildet.
Das spannungsreiche Verhältnis von Hof, Adel und Bürgerstadt in der Residenzstadt wird mit diesem detaillierten und kunstfertigen Plan veranschaulicht, aber auch die untergehende protestantische Adelswelt findet Niederschlag. Der Kommentar kontextualisiert den Plan in der Kartographiegeschichte, identifiziert und beschreibt sämtliche Objekte und bietet knappe Abrisse der Besitzergeschichte, zeichnet die Biographie Enenkels im Rahmen des komplexen Spannungsfeldes zwischen adeliger Bildung und dem Engagement in Politik und Verwaltung für die Landstände und den Landesfürsten nach und beschreibt das Hofquartierwesen, das den Hintergrund für die Entstehung des Plans bilden könnte.
Methodisch ist der Band als Versuch zu verstehen, eine kartographische Quelle in adäquater Weise zu edieren.

Inhalt

 Vorwort, S. 7   1. Ein ebenso unerwarteter wie glücklicher Neufund: Der Schlierbach-Plan von Wien und sein historisches Umfeld, S. 11   2. Leben und Sammlungen des Job Hartmann von Enenkel, S. 14   3. Der Schlierbach-Plan von Wien, S. 23 3.1 Karten und Pläne als Quellen: Bemerkungen zur Edition kartographischer Dokumente, S. 23 3.2 Beschreibung des Originals des Schlierbach-Planes, S. 30 3.3 Das kartographische Umfeld des Schlierbach-Planes, S. 33   4. Autopsie des Schlierbach-Planes, S. 40 4.1 Bezeichnungen der im Schlierbach-Plan namentlich gekennzeichneten Plätze, Straßen und Gassen Wiens, im Originalwortlaut (in alphabetischer Reihenfolge), mit der heutigen Namensform und mit Literaturhinweisen, S. 43 4.1.1 Die auf dem Schlierbach-Plan in Aufrissform dargestellten, aber unbezeichneten Elemente der städtischen Befestigungen Wiens (beginnend vom Kärntner Tor im Süden im Uhrzeigersinn), S. 45 4.1.2 Die auf dem Schlierbach-Plan in Aufrissform eingezeichneten Objekte (innerhalb der städtischen Befestigungen), gegliedert in den Originalwortlaut (in alphabetischer Reihenfolge), die moderne Bezeichnung und Literaturhinweise, S. 64 4.1.3 Die in der Legende des Schlierbach-Planes angeführten Objekte samt Erläuterungen zu deren Besitzgeschichte und Angabe der heutigen Adressen, S. 90 4.2 Zeitliche Einordnung und Zweck des Schlierbach-Planes, S. 135   5. Der Adel in den Erbländern zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Ständen und Landesfürst, S. 146 5.1 Die Karriere des Job Hartmann von Enenkel, S. 151 5.2 Die konfessionelle Zusammensetzung des Adels 1580 bis 1620 am Beispiel des Landes unter der Enns, S. 154 5.3 Konfession als Habitus, S. 155 5.4 Unliebsame Gäste in der Stadt? Hofquartiere und Freihäuser in der Residenzstadt Wien, S. 160 5.4.1 Hofquartier, S. 164 5.4.2 Freihäuser, S. 172   6. Zusammenfassung, S. 179   Quellen- und Literaturverzeichnis, S. 182 Verzeichnis der Abkürzungen und Siglen, S. 182 Quellenverzeichnis und Verzeichnis der herangezogenen Wiener Stadtpläne, S. 183 Literaturverzeichnis, S. 184 Verzeichnis der Tabellen, S. 200 Verzeichnis der Abbildungen, S. 201 Abbildungsnachweis, S. 202 Personen- und Ortsregister, S. 203