Jahrestagung des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 18.–20. Februar 2026

Pfarren - Religiöse, sozioökonomische und politische Aspekte vom Beginn der Pfarrorganisation bis Mitte des 19. Jahrhunderts in „Zentraleuropa“

 

Pfarren

Religiöse, sozioökonomische und politische Aspekte vom Beginn der Pfarrorganisation bis Mitte des 19. Jahrhunderts in „Zentraleuropa“

Jahrestagung des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 18. – 20. Februar 2026

Universität Wien, Hauptgebäude (Erster Stock), Seminarraum 1

 

Pfarren sind neben ihrer religiösen Bestimmung vielschichtige soziale, rechtliche und ökonomische Institutionen, für deren Tätigkeit etwa folgende Themenfelder stehen können: Kirchenorganisation, Pfarrgemeinde, Patronat, Liturgie, Sakramentenspendung, Seelsorge für Lebende, Gedächtnis für Tote, pfarrliche Eigenwirtschaft in Subsistenz, Einnahmen aus Pfründen und Benefizien, Stolgebühren und grundherrschaftlichen Abgaben, obrigkeitliche Disziplinierung, Schulen und Schriftlichkeit, Protostatistik. Anders als der sozial heterogene Pfarrklerus haben Pfarren als Institution verhältnismäßig wenig Forschungsinteresse auf sich ziehen können, auch weil es sich um eine vielfach verflochtene Organisationsform handelt. Der Pfarrer und die Pfarrgemeinde an der Basis bildeten eine komplexe Organisationseinheit, die als unterste Instanz der christlichen Seelsorge eines der fundamentalen Strukturelemente der vormodernen Gesellschaft war.

Bei der zwischen 18. und 20. Februar 2026 in Wien stattfindenden Tagung werden in zeitlichem Längsschnitt ausgewählte Aspekte für den zentraleuropäischen Raum innerhalb folgender Rahmenthemen angesprochen: die strukturellen Grundlagen und Pfarrnetzwerke, politische und soziale Aspekte der Pfarren, die Rolle der Pfarrer als Mediatoren zwischen Obrigkeit und Pfarrgemeinde, die Sozialgeschichte des Pfarrpersonals. Ein weiteres Thema sind die auf das Pfarrwesen einwirkenden Reformen und Umbrüche, etwa das Eigenkirchenwesen, die hochmittelalterliche Reform, die Reformation und die katholische Reform (Tridentinum) oder die Konfessionalisierung. In diesem Kontext steht auch der Josephinismus, der die Pfarrer in den Dienst des Staates stellte.

 

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Titelbild: © Pfarre Sankt Oswald bei Freistadt (Oberösterreich) aus: Topographia Florianensis (1743), ed. Karl Rehberger, Christiane Wunschheim (Linz 2009) T. XLVII