Jutta Baumgartner, Martin Scheutz, Alfred Stefan Weiß 
und Holger Zaunstöck (Hg.)

 
Waisenhäuser im frühneuzeitlichen Zentraleuropa

 
(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 82)
(Schriftenreihe des Archivs der Erzdiözese Salzburg 32)
in Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle


2025, 420 S., mit 5 s/w u. farb. Abb.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 69.00
ISBN 978-3-205-22330-6

Das Jahrhundert zwischen 1650 und 1750 brachte große Dynamik in den Bereich der institutionellen Versorgung von Pflegekindern. Während das protestantische Waisenhauswesen (ausgehend von der Musteranstalt in Halle) gut erforscht ist, fand die Entwicklung solcher Anstalten im katholisch geprägten Zentraleuropa bisher weniger Aufmerksamkeit. Auf der nun publizierten Tagung standen neben regionalen Überblicken thematische Zugänge wie: die Waisenhäuser innerhalb des Stadtraumes, ihre wirtschaftliche Ausrichtung und die Ernährung der Waisen, ihre noch wenig behandelte Mediengeschichte oder die Wahrnehmung von Waisenkindern in Selbstzeugnissen und anderen Narrativen.

Inhalt


Vorwort, S. 9

Martin Scheutz, Holger Zaunstöck, Kinderzimmer des Kapitalismus oder pädagogisch-kindgerechte Einrichtungen? Waisenhäuser im frühneuzeitlichen Zentraleuropa, S. 11-20

(1) Waisenhäuser unter kultur- und ökonomiegeschichtlichem Blickwinkel

Waisenhäuser als ökonomische und konfessionsstiftende Einrichtungen


Alexander Schunka, Waisenhauskulturen und Konfessionalität im frühneuzeitlichen Mitteleuropa, S. 23-40

Markus Berger, Waisenhäuser als Wirtschaftsbetriebe im Zeitalter des Kameralismus, S. 41-59

 

Waisenhäuser aus der Perspektive von Stadt- und Konsumgeschichte


Andrea Pühringer, Topografie der Caritas – Waisenhäuser als prägende Elemente des Stadtraumes?, S. 63-98

Andreas Kühne, Ernährungssituation in frühneuzeitlichen Waisenhäusern an Beispielen aus Ostbayern (Landshut, Passau und Regensburg), S. 99-117

 

Waisenhäuser als medienpräsente Einrichtungen


Holger Zaunstöck, Waisenhäuser und Intermedialität. Überlegungen zu einer ungeschriebenen Mediengeschichte, S. 121-161

 

Waisenkinder und Waisenhauseinrichtungen in der Narration der Neuzeit

 
Harald Tersch, Waisenkindheiten in Autobiographien der Zeit um 1800, S. 165-193

Wynfrid Kriegleder, Das Waisenhaus als Motiv in der fiktionalen Literatur. Eine Annäherung, S. 195-204

 

(2) Regionale Überblicke zu Waisenhäusern und Waiseneinrichtungen in Zentraleuropa

Süddeutschland und die Schweiz


Christina Vanja, Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Kinderversorgung in Spitälern, Findel-, Waisen- und Arbeitshäusern. Vorderösterreichs und der Schweiz, S. 207-245

Artur Dirmeier, Die Waisenhäuser von Regensburg – Ausbildung und Erziehung unter konfessionellem Vorzeichen, S. 247-262

Waisenhäuser in Böhmen und Ungarn


Martina Halířova, Waisenversorgung und die Gründung von Waisenhäusern in Böhmen vom 16. Jahrhundert bis ca. 1800 – ein Überblick, S. 265-277

Lilla Krász, Waisenhauswesen zwischen institutionalisierter Wohltätigkeit, Disziplinierung und Pädagogisierung im Königreich Ungarn des 18. Jahrhunderts, S. 279-306


Waisenhäuser auf dem Gebiet des heutigen Österreich


Marina Hilber, zur Unterweisung im Christenthum. Strukturelle Reorganisation und soziale Reformen in der Tiroler Waisen- und Findelversorgung (1769–1800), S. 309-330

Jutta Baumgartner, Waisenhäuser im frühneuzeitlichen Erzstift Salzburg, S. 331-348

Elke Hammer-Luza, Alfred Stefan Weiß, Die frühneuzeitlichen Waisenhäuser in den Herzogtümern Kärnten und Steiermark – eine Negativbilanz?, S. 349-377

Martin Scheutz, Unversorgte Kinder in der Frühen Neuzeit. Waisenkinder in Spitälern und die neuen theresianischen Waisenhäuser im österreichischen Donauraum, S. 379-411

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis, S. 413-415

Adressen der Beiträger:innen des Bandes, S. 417-418