Die Wiener Diplomata-Ausgabe der Monumenta Germaniae Historica am Institut für Österreichische Geschichtsforschung


Urkunden Heinrichs VI. für deutsche, französische und italienische Empfänger online
 

Bis zum Erscheinen der vollständigen Druckausgabe bietet die seit Jannuar 2012 vorliegende und regelmäßig erweiterte Vorab-Edition die Texte von insgesamt 204 Urkunden Heinrichs VI. für Empfänger in den heutigen Staaten Deutschland, Österreich und der Schweiz, 46 Urkunden für Empfänger aus dem heutigen Frankreich sowie insgesamt 88 Urkunden für Empfänger in der Lombardei.

Zur Online-Edition: http://www.mgh.de/fileadmin/Downloads/Heinrich_VI_ges12-PropFig_2017-03-18.pdf

 

 

 

1. Geschichte des Projekts

Am Institut für Österreichische Geschichtsforschung werden in Zusammenarbeit mit dem großen deutschen Editionsunternehmen der Monumenta Germaniae Historica (Sitz in München) mittelalterliche Kaiser- und Königsurkunden ediert und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Herausgabe dieser Geschichtsquellen gehört zu den wichtigsten Desideraten der Grundlagenforschung zur hochmittelalterlichen Geschichte. Sie steht in der Tradition des großen Editors Theodor von Sickel, der von Wien aus die Urkunden der ottonischen Kaiser veröffentlichte. Das heute laufende Unternehmen wurde 1904 durch den Auftrag zur Edition der Urkunden der älteren Staufer an den damaligen Vorstand des IÖG, Emil von Ottenthal, begründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug das Unternehmen bis 1962 die Bezeichnung "Wiener Diplomata-Abteilung der MGH". Seit 1963 besteht für das Editionsunternehmen eine enge Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Nach den Urkunden Lothars III. (1125-1137) und Konrads III. (1138-1152) wurden zuletzt unter Heinricht Appelt die über 1200 Urkunden Kaiser Friedrichs I. (1152-1190) in fünf Bänden 1975-1990 veröffentlicht. Die Bände sind elektronisch abrufbar (dMGH).

Literatur: Bettina Pferschy-Maleczek, Die Diplomata-Edition der Monumenta Germaniae Historica am Institut für Österreichische Geschichtsforschung (1875-1990), in: MIÖG 112 (2004) 412-467.

 

 

 

 

2. Edition der Urkunden Kaiser Heinrichs VI.

Nach Abschluß der Edition der Urkunden Kaiser Friedrichs Barbarossa nahm Heinrich Appelt die Arbeit an der Edition der Urkunden Kaiser Heinrichs VI. wieder auf, für die seit dem 19. Jahrhundert Material gesammelt worden war. Die Urkunden sind bisher nur mühsam in meist älteren, weit verstreuten Druckwerken aufzufinden, erfaßt werden sie im Regestenwerk Gerhard Baakens (Siehe Regesta Imperii online). Eine wichtige Etappe der Edition stellte die Veröffentlichung von Peter Csendes, Die Kanzlei Kaiser Heinrichs VI. Denkschriften der ÖAW, phil.-hist. Kl. 151 (Wien 1981) dar. Bis zu seinem Tod im Jahre 1998 trieb Heinrich Appelt die Editionsarbeit mit Hilfe zahlreicher Mitarbeiter voran und hinterließ ein umfangreiches Manuskript. Nach sorgfältiger Prüfung stellte es sich heraus, daß eine Neubearbeitung notwendig war. Diese wird von Bettina Pferschy-Maleczek durchgeführt. Trotz der für die kurze Regierungszeit des Kaisers großen Anzahl von rund 750 Urkunden ist die Edition bereits weit fortgeschritten. Die in Archiven von Norddeutschland bis Sizilien verstreuten Originalurkunden und Abschriften wurden gesammelt, transkribiert und bearbeitet. Fälschungen waren auszusortieren und zu bestimmen, Nachrichten über inzwischen verlorene Urkunden wurden zusammengestellt. Ein nahezu lückenloser Apparat von Fotos und Filmen der einzelnen Stücke entstand, der bereits auch von auswärtigen Forschern für ihre Arbeit benützt wird und ebenso wie das gesamte Textcorpus bis zum Erscheinen der Edition allen Anfragen offensteht. Seit 2012 sind die Urkunden für Empfänger in den heutigen Staaten Deutschland, Österreich und der Schweiz fertig bearbeitet und online abrufbar, seit 2016 die Urkunden für Empfänger in der Lombardei, seit 2017 jene für Empfänger im heutigen Frankreich. Ein Link zur online-Edition findet sich am Seitenanfang oben.

 

 

 

 

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E-mail: Dr. Bettina Pferschy-Maleczek