Ferdinand Opll, Martin Scheutz

Die Transformation des Wiener Stadtbildes um 1700

Die Vogelschau des Bernhard Georg Andermüller von 1703 und der Stadtplan des Michel Herstal de la Tache von 1695/97

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung
Ergänzungsband 61)

2018, 212 S.
56 s/w-Abb., zwei Kartenbeilagen, 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 36.00
ISBN 978-3-205-20537-1

Der Dessauer Gesandte Bernhard Georg Andermüller (1644–1717) zeichnete während seines vierjährigen Wienaufenthalts eine faszinierende Karte des frühneuzeitlichen Wien, vermutlich im Auftrag seiner Anhalter Dienstgeber. Minutiös verzeichnete der Gesandte darin im Sinne eines Selbstzeugnisses eines Diplomaten Wohnorte und Entscheidungszentren der Residenz Wien im ausklingenden Zeitalter Leopolds I. Neben dieser Vogelschau verdeutlicht der Plan von Michel Herstal de la Tache aus dem Jahr 1695/97 ebenfalls den sich abzeichnenden Transformationsprozess der Stadt, von einer bürgerlichen Stadt hin zu einer Residenz und Adelsstadt nach der zweiten Belagerung der Stadt durch die Osmanen: die Festung Wien, die Neuformierung der katholischen Welt und der Adel finden darin deutlichen Niederschlag.

Inhalt

1.    Einleitung – eine unbekannte Stadtansicht von Wien von der Hand eines unbekannten Kartographen, S. 9
2.    Ein Kartograph tritt langsam aus dem Schatten – der Dessauer Bernhard Georg Andermüller (1644–1717), S. 11
3.    Das mindermächtige reformierte Fürstentum Anhalt und der katholische Kaiserhof: Skizze einer Problemlage um 1699, S. 17
4.    Das sachsen-lauenburgische Erbe als Problem einer eigenständigen anhaltischen Politik im Heiligen Römischen Reich: Reichspatriotismus und die Nähe zu Brandenburg, S. 21
5.    Eine gesamt-anhaltische diplomatische Mission in Wien 1699–1703, S. 27
6.    Der diplomatische Alltag – Diplomaten als erstrangige Informanten und Interpreten kultureller Differenz, S. 31
7.    Antichambrieren, Netzwerken und das Verfassen von Relationen – die Gesandtschaft Andermüllers und sein Wiener Umfeld, S.37
7.1    Antichambrieren, Netzwerkbildung und Präsente, S. 41
7.2    Wichtige Themen von Andermüllers Mission: Sachsen-Lauenburg und die sachsen-lauenburgischen Prinzessinnen, S. 45
7.3    Andermüller als Informant über Hof und politisches Geschehen, S. 48
8.    Die Andermüllersche Wien-Vogelschau von 1703, S. 53
9.    Andermüllers Wien-Plan als Visualisierung seines höfisch-politischen Netzwerkes, S. 63
10.    Die Transformation des Wiener Stadtbildes in der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert), S. 69
10.1    Die Transformation des Stadtbildes der ummauerten Stadt, S.73
10.2    Die Transformation der städtischen Befestigungen, S. 87
10.3    Die Transformation des Stadtbildes der Vorstädte, S. 97
11.    Resümee, S. 125

Anhang 1: Beschriftungen in der Andermüllerschen Vogelschau von 1703, S. 131
Anhang 2: Die Legende der Andermüllerschen Vogelschau von 1703 (in der Ordnung der Legende [A] und in alphabetischer Reihenfolge [B]), S. 135
Anhang 3: Liste der im Buch verwendeten Wien-Pläne und -Ansichten in chronologischer Reihenfolge, S. 162
Siglen- und Abkürzungsverzeichnis, S. 170
Quellenverzeichnis, S. 171
Bibliographie, S. 172
Abbildungsnachweise, S. 187
Register, S. 188

Beilage 1: Faksimile der Andermüller-Karte (leicht verkleinert)

Beilage 2: (Michel) Sieur Herstal de la Tache, Plan eines Projekts zur Befestigung der Vorstädte Wiens (1695/97) - Ausschnitt